1. Frankfurts Wachstum gestalten

Nicht die Fläche Frankfurts wächst, sondern die Zahl ihrer Einwohner, derzeit um etwa 15.000 Einwohner pro Jahr. Dieses Wachstum hat vielfältige Ursachen, bietet Chancen, bringt aber auch erhebliche, im ganzen Umfang noch nicht abzusehende Schwierigkeiten mit sich. Doch der Zustrom in unsere Stadt ist kein Naturereignis. Vielmehr muss das Bevölkerungswachstum gestaltet werden, damit der Charakter der Großstadt am Main und die Lebensqualität der Bürger erhalten bleiben und Frankfurt nicht zum Moloch wird.

Unsere Positionen:

  • Grundsätzlich ist das Bevölkerungswachstum, das durch die massive Einwanderung noch zugespitzt wird, nicht in den Grenzen der Stadt, sondern nur in der Region Rhein-Main lösbar.
  • Es gibt im Stadtgebiet keine unbeschränkten Möglichkeiten der Ausweitung und Verdichtung von Wohnflächen. Nur dort, wo diese Möglichkeiten nach Abwägung sozialer, ökologischer und verkehrlicher Aspekte politisch und stadtplanerisch vertretbar sind, können erweiterte und verdichtete Wohnbereiche entstehen.
  • Dabei ist besonders zu beachten, dass durch solche Projekte der Charakter der jeweiligen Stadtregion bzw. des Stadtteils bewahrt statt völlig verändert oder gar zerstört wird.
  • Die Errichtung einer großen neuen Trabantenstadt auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen im Frankfurter Norden lehnen wir kompromisslos ab. Diese Stadtregion würde im Falle der Realisierung der Trabantenstadt ein völlig anderes Gesicht und einen völlig anderen sozialen Charakter bekommen.
  • In Frankfurt könnten Untersuchungen zufolge über 50.000 Gebäude aufgestockt werden. Damit und geeigneten Begleitmaßnahmen kann eine gewaltige Wohnungsreserve erschlossen werden. Die baurechtlichen und bürokratischen Hindernisse dafür sind zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern oder abzuschaffen.
  • Aufstockungen müssen hinsichtlich ihrer denkmalpflegerischen und ästhetischen Konsequenzen kontrolliert werden. Es gilt, festgelegte gestalterische Normen einzuhalten.
  • Auch bei anderen geplanten zusätzlichen Baugebieten wie zum Beispiel Bonames und Sindlingen lehnen wir zumindest die zu hohe Zahl der dort geplanten Wohneinheiten ab. Ohne überzeugende und finanzierbare infrastrukturelle Maßnahmen dürfen dort auch keine reduzierten Baugebiete realisiert werden.
  • Die feststellbaren klimatischen Veränderungen erfordern in bereits sehr verdichteten Stadtbereichen sogar zusätzliche Grünflächen. Falls zu es deren Schaffung Möglichkeiten gibt oder Möglichkeiten entstehen, sind diese zu nutzen.
  • Vor jeder Ausweitung oder Verdichtung von Wohnbereichen müssen unter Beteiligung der im Umfeld bereits ansässigen Bewohner alle infrastrukturellen und verkehrlichen Probleme geklärt werden. Nicht zuletzt ist die soziale Struktur zu berücksichtigen, um den sozialen Frieden zu bewahren und Kriminalität zu minimieren.
  • Bei der städteplanerischen und baulichen Qualität neuer Wohnbereiche darf es keine Abstriche geben, um in möglichst kurzer Zeit Massenquartiere mit großen Folgeproblemen zu errichten.
  • Die Stellplatzsatzung wird nach Berliner Vorbild vorläufig ausgesetzt, um die Baukosten zu senken. Die Folgen dieser Maßnahme müssen beobachtet und ausgewertet werden, um zu einer endgültigen Entscheidung zu kommen.