11. Frankfurt lebenswert für Jugend wie Senioren

Jugend und Alter sind zwei Stationen menschlichen Lebens mit unterschiedlichen Interessen und Problemen. Frankfurt hat infolge seiner wachsenden Bevölkerung eine große Zahl von jungen Menschen in seinen Grenzen, Frankfurt wird aber auch von einer ebenfalls wachsenden Zahl von älteren und alten Menschen bewohnt. Für beide Altersgruppen soll das Leben in der Stadt gute Lebensbedingungen bieten. Das ist nicht allein eine Frage finanzieller Möglichkeiten, sondern auch gegenseitigen Respekts und Verständnisses, das vorrangig bei jungen Menschen gefördert werden soll.

Unsere Positionen:

  • Wegen des hohen und weiter steigenden Anteils von Kindern und Jugendlichen mit familiärer Einwanderungsgeschichte muss die Vermittlung gewachsener sittlicher und geistiger Werte mehr Bedeutung als bislang erhalten. Diesem Ziel werden alle von der Stadt geförderten Einrichtungen verbindlich und nachprüfbar verpflichtet.
  • Kinder und junge Menschen brauchen Freiräume zum Spielen und Erproben von Fähigkeiten jeder Art. Darauf muss bei weiterer Verdichtung der Wohnbereiche Rücksicht genommen werden. Die Raumnutzung für Kinder muss systematisch in die Stadtplanung einbezogen werden.
  • Für arbeitslose oder noch nicht ausbildungsfähige Jugendliche und junge Menschen bis 26 Jahren macht die Stadt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und Stellen sowie Bund und Land Beschäftigungsangebote bzw. Qualifizierungsangebote, deren Wahrnehmung verpflichtend sind. Dabei werden individuelle Fähigkeiten und Neigungen berücksichtigt, gute Leistungen können zusätzlich honoriert werden. Das soll den Selbstwert und Mut zur eigenen Leistung in den jungen Menschen aktivieren und stärken.
  • Die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen in Frankfurt spielt sich häufig in Sportvereinen ab. Die Stadt soll deshalb Sportvereine und Kirchengemeinden unterstützen, um eine außerhalb der Trainingszeiten bzw. Gruppenstunden weitergehende Betreuung von Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen. Hierzu können auch die Gelder für Jugendclubs umgeleitet werden. Offene Jugendeinrichtungen werden nur von 6 Prozent der Kinder und Jugendlichen genutzt, Sportvereine dagegen von 35 Prozent und Kirchengenmeiden immerhin von 12 Prozent (lt. Familienumfrage des Jugend- und Sozialamts).
  • Der Kampf gegen die leider bislang häufig erfolgreiche Gewinnung von Jugendlichen für extremistische religiöse und politische Gruppierungen muss offensiv und unnachgiebig geführt werden. Der Magistrat soll dazu ein Konzept ausarbeiten.
  • Der Seniorenbeirat der Stadt wird künftig demokratisch wie bereits in Wiesbaden und Darmstadt durch Briefwahl unter Einbeziehung der Ortsbeiräte gewählt und mit größeren Mitsprache- und Mitbestimmungsrechten ausgestattet.
  • In Anbetracht der demographischen Entwicklung muss die Förderung seniorengerechter Wohnungen weit stärker als bislang gefördert werden. Pflege in vertrauter Umgebung soll Vorrang haben. Ein engmaschiges Versorgungssystem für hilfsbedürftige Senioren in eigener Wohnung muss menschlich und finanziell Priorität in der städtischen Sozialpolitik bekommen.
  • Die Einführung eines neuen, optimierten „Seniorentickets“ im ÖPNV soll geprüft werden.