Nilgansplage ist Resultat der Untätigkeit des Magistrats

BFF-Fraktion fordert in Eilantrag nachhaltige Bestandsdezimierung

Nachdem der Magistrat auf Anfrage der BFF-Fraktion A879 vom 09.07.2015 die starke Ausbreitung der Nilganspopulation in Frankfurt in der Vergangenheit negiert und lediglich die Entwicklung des Aufkommens von Gänsen weiter beobachtet hat (siehe z. B. Magistratsbericht B386 v. 19.10.2015), sind die Nilgänse in Frankfurt mittlerweile zu einer echten Plage geworden.

Dies betrifft insbesondere die städtischen Freibäder und Freizeitanlagen, die mittlerweile durch die Hinterlassenschaften der invasiven afrotropischen Wildentenart dermaßen verschmutzt sind, dass zahlreiche Bürgerinnen und Bürger diese Orte inzwischen meiden und ahnungslose Nutzer Gefahr laufen zu erkranken.

Noch vor wenigen Tagen sprach sich die verantwortliche Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) grundsätzlich gegen eine Bejagung der Tiere aus und muss nun, nach massivem Druck aus der Öffentlichkeit und den Bäderbetrieben sowie Hinweisen aus dem Gesundheitsamt in Bezug auf eine Gesundheitsgefährdung durch die Wasservögel, zurückrudern und deren Abschuss zumindest in Betracht ziehen.

Wobei es sich nach Auffassung der BFF-Fraktion hierbei nicht um eine auf das Brentanobad beschränkte Maßnahme handeln kann, sondern wirksame Maßnahmen in allen betroffenen Bäderbetrieben sowie im gesamten Stadtgebiet erforderlich sind, um die Nilganspopulation nachhaltig zu dezimieren.

In dem dringlichen Antrag der Bürger Für Frankfurt BFF hierzu heißt es in der Begründung unter anderem: „Der Magistrat muss jetzt endlich die Reißleine ziehen und das zur Verfügung stehende Zeitfenster vom 01. September 2017 bis 15. Januar 2018 effektiv nutzen, um die Nilgans-Population in Frankfurt deutlich zu reduzieren. Ein weiteres Zuwarten ist schon alleine deshalb nicht zu verantworten, da aufgrund der zunehmenden Population ansonsten immer mehr Nilgänse getötet werden müssten. Und eine Situation wie in den Niederlanden, wo im Jahr 2015 hunderttausende Nilgänse und andere Gänsearten eingefangen und mit Kohlendioxid getötet wurden (dafür wurde eigens das Tötungsverbot durch CO² von der Europäischen Kommission aufgehoben) kann wohl niemand ernsthaft wollen.“