Widerstand gegen geplantes Baugebiet wächst

Nun macht auch Oberursel gegen Römer-Koalition mobil 

BFF-Fraktion – Stellungnahme 58-17

Vom am Rand des Oberurseler Ortsteils Weißkirchen liegenden Hof des Landwirts Richard Bickert aus betrachtet, liegt Frankfurt mit all seinen in den makellos blauen Sommerhimmel ragenden Hochhäusern nah und fern zugleich. Damit die Mainmetropole auch in Zukunft auf Distanz zu Oberursel bleibt, waren erfreulich viele Bürgerinnen und Bürger der Einladung der im Oberurseler Stadtparlament vertretenen parteiunabhängigen „Oberurseler Bürgergemeinschaft“ (OBG) am ersten Montag im August zu einer Ortsbesichtigung auf Bickerts Besitz gefolgt.

Der Anlass dafür waren die Pläne der Frankfurter Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen, im Nordwesten Frankfurts bis dicht an die Grenzen der Nachbargemeinden Oberursel und Steinbach auf weitgehend agrarisch genutzten Landschaftsschutzgebieten mit fruchtbarsten Böden einen riesigen neuen Frankfurter Stadtteil mit rund 30.000 Bewohner zu erschließen und zu bauen. Derweil diese in Frankfurt nur von den Bürgern Für Frankfurt – BFF eindeutig abgelehnten Pläne für eine extrem umwelt- und klimaschädliche Maßnahme auch schon in Steinbach auf einhelligen Widerstand stoßen, war es in Oberursel bislang zu diesem Thema eher ruhig geblieben.

Doch das hat sich spätestens seit dem gestrigen 7. August 2017 mit der Ortsbesichtigung verändert. Denn die Stimmung unter den zahlreichen, ebenso interessierten wie besorgten Bürgern war eindeutig gegen die Frankfurter Pläne gerichtet, den künftigen Stadtteil auch jenseits der überlasteten A 5 bis unmittelbar vor Oberursel-Weißkirchen und Steinbach zu bauen. Viele kritische Fragen nach den Folgen einer Realisierung dieser Pläne hatten die Vertreter der OBG zu beantworten. Und es wurden bereits Rufe nach einem Bürgerentscheid laut, falls die derzeitige SPD/CDU-Mehrheit in Oberursel sich nicht gegen die großflächige Zerstörung wertvollster Landwirtschafts- und Naherholungsflächen positionieren sollte.

Die OBG hatte schon vor der Ortsbesichtigung ein Informationsblatt verteilt mit der Schlagzeile: „Ab nach Frankfurt? Nicht mit uns!“ Nun haben viele Oberurseler ein erstes deutliches Zeichen ihres Widerstandes gegen ein ausschließlich politisch motiviertes Projekt gesetzt, das ohnehin nicht die aktuellen Probleme auf dem überhitzten Frankfurter Wohnungsmarkt lösen kann und wird. Denn selbst im Fall der Realisierung des geplanten Stadtteils dürften frühestens in einem Jahrzehnt die ersten Wohnung bezugsfertig sein. Die Römer-Koalition will mit dem Projekt lediglich Hoffnungen wecken und zugleich davon ablenken, dass sie in keiner Weise ein konkretes Rezept für die künftige Gestaltung Frankfurts und die vielfältigen Nöte hat, die eine auf Wachstum um jeden Preis eingeschworene Politik verursacht.