Magistrat „emanzipiert“ sich von Bühnenkosten

Vorm OB-Wahlkampf  soll das heißeste Thema verschwinden

BFF-Fraktion – Mitteilung 87-2017

Nicht weniger als 6,6 Millionen Euro hat die umfangreiche Machbarkeitsstudie zum Zustand und den Zukunftsperspektiven der Städtischen Bühnen die Stadt Frankfurt gekostet. Doch nachdem deutlich wurde, welche Kosten aus allen drei Varianten der hochqualifiziert durchgeführten Studie zu erwachsen drohen, scheint es im Magistrat nur noch Versuche zu geben, diese Kosten irgendwie zu begrenzen. In Anbetracht der finanziellen Schieflage im städtischen Haushalt ist das auch nicht verwunderlich.  Jedoch werden all diese Bemühungen nichts an dem desolaten baulichen und technischen Ist-Zustand der Bühnen ändern.

Das weiß selbstverständlich auch Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Aber in der Sitzung des Kulturausschusses am 30. November 2017 hat die Politikerin jetzt eine ganz neue Lösungsmöglichkeit für die drängenden Probleme der Städtischen Bühnen ins Spiel gebracht. Bezogen auf die Machbarkeitsstudie sagte sie in der Sitzung: „Wir sind nun in der Phase, in der wir uns von ihr emanzipieren“. Abgesehen davon, dass die Studie grammatikalisch weiblichen, der Magistrat aber männlichen  Geschlechts ist, was also schon etwas zu verwirren vermag: Es war doch der Magistrat selbst, der diese ebenso aufwändige wie teure Studie in Auftrag gegeben hatte, um Klarheit über den Zustand der Bühnen zu bekommen. Und diese Klarheit haben sowohl der Magistrat und die Öffentlichkeit im Juni 2017mit der Vorlage bzw. Veröffentlichung der Ergebnisse auch erhalten.

Deshalb stellt sich jetzt die Frage, von was sich der Magistrat in Gestalt von Frau Dr. Hartwig eigentlich „emanzipieren“ will: Von den Erkenntnissen der Studie? Das würde die Frage provozieren, ob dem Magistrat andere Expertisen vorliegen und seit wann. Oder will sich der Magistrat von den drohenden Kosten für Sanierung oder Neubau der Bühnen „emanzipieren“? In letzterem Fall stellt sich die Frage, wie das ohne ein höchst erstaunliches Zauberkunststück geschehen könnte. Oder will sich Frau Dr. Hartwig deshalb von der brisanten Studie „emanzipieren“, um ihrem Parteifreund Peter Feldmann im nahenden OB-Wahlkampf  Antworten zu dem Thema zu ersparen? Fragen über Fragen. Einstweilen kann die BFF-Fraktion nur festzustellen: Die Wege der „Emanzipation“ sind im Römer schier unergründlich!